MBW – Glosse zu anno 2000

Glosse zum Jahresauftakt 2019

Jeder Bewohner möge die frohe Kunde des Sterns von Nachbarschaft, über den Dächern des MBW zu Rüsselsheim, ins Land hinaustragen. Erzählt es euren Kindern und sagt ihnen, sie sollen es auch ihren Kindern erzählen und sie ihren… auf dass es niemals vergessen gehe: Es gibt ihn – den Stern der Nachbarschaft!!! Und er wird beleuchtet durch all jene, die im tollsten Wohngebiet Rüsselsheims leben dürfen! Dem Max Beckmann Weg!…

Tragt es in alle Lande: Es gibt Hoffnung!!! Aber ihr müsstet zusammen halten!

Wie sich derlei zutragen konnte und warum es an jenem Heiligen Abend anno 2000 zu keinem größeren Schaden kam, und was das mit einem Stern und Nachbarn bis heute zu tun hat, wird durch alte Relikte und mittels Befragung von Zeitzeugen rekonstruiert. Möge diese Glosse der Heiterkeit im geschundenen MBW dienen. Denn zum herzhaften Lachen wurde sie verfasst. Möge sie zum Nacheifern ermutigen. Denn meine Nachbarn bleiben hier wohnen. Willst du liebe Nachbarn haben? Fange heute an, ein lieber Nachbar zu sein!

Es hat sich alles so zugetragen, wie es hier niedergeschrieben wurde. Und nur deshalb fängt es auch nicht mit den Worten: “Es war einmal…” an… denn so fangen ja bekanntlich nur Märchen an…

Seit dem Einzug am 15.12.2000 musste ständig Wasser in die Fußbodenheizung des beschaulichen Reihenmittelhauses am JBW gefüllt werden. Sogar am 23.12.2000, kurz vor Feierabend, kam der Herr des Baues in jenes Haus. Prüfte erst den Druck im Keller und schaute dann in allen Etagen, ob denn nicht irgendwo das viele Wasser zu Tage käme, welches seit nunmehr 8 Tagen in Folge in die unendlichen Weiten der Fußbodenheizwindungen gefüllt wurde. Firma H. baute, im Auftrag der Firma B., das Wärmeversorgungsgedöns inmitten des Dorfplatzes des MBW und die erforderlichen Dampfstationen der einzelnen Häuser. Am 23.12.2000 war man in beiden Firmen bereits im wohlverdienten Weihnachtsurlaub. Gelobt sei der Herr des Baues, der darauf drang, man ließe dem wundersamen Mittelhaus im JBW doch bitte einen Wasserschlauch zur Verfügung – mit Schellen – zwecks Befüllung besagter Windungen. Denn, trotz aller Bemühungen und Befüllungen, blieb ab dem 1.OG alles kalt… Bitter kalt… Die Ursachen blieben im Dunkeln; geopfert einer ermatteten Handwerkerschaft. Aber die kaltsitzende Großfamilie hatte Erbarmen gefunden. Beherzt klemmte der Herr des Baues, jenen – Heizwärme-bringenden – Schlauch an, drehte das Wasser leicht auf und wünschte den bibbernden kleinen Kindern, ihren Eltern und Großeltern ein Frohes Fest. Mögen die Vorkehrungen in den dunklen Kanälen der Fußbodenheizung ankommen und die erhoffte Wärme einbringen.

Am 24.12.2000 gingen viele Nachbarn an einem wundersam kunstvoll dekorierten Fenster der Küche des Hauses vorüber. Einige von ihnen kamen nicht umhin an der Pforte zu klopfen. Gedrängt von der einmütigen Frage: Wie um alles in Welt habt ihr euren Kindern so ein echtes Eiskristallgeflecht vor die Scheibe eurer Küche herrichten können?…

Die Hausfrau war bei den letzten Vorbereitungen des Heilig Abend Essens, bevor es zur Kirche gehen sollte. Eigentlich war keine Zeit, die Neugierde der Nachbarschaft zu bedienen. Aber wer fragte anno 2000, am Heiligen Abend, schon nach Zeit? Angesichts eines solchen Eiswunders…

Und da ist sie schon wieder: Die unfassbar geniale Nachbarschaft!!! Die waren einfach begeistert und interessiert!… Ein selten gewordener Wesenszug von Nachbarn… Doch im Wohngebiet des MBW gibt es das noch!

Gepriesen sei der Mut all jener Nachbarn, weil sie in dieser Heiligen Nacht, den entscheidenden Hinweis zur Aufklärung des Wasserverschwindens in den eigentlich gefangenen Heizschleifen des beschaulichen Häuschens gaben; aus Interesse!…

Nachdem die Großfamilie diese edel-romantischen Zapfengeflechte von außen betrachteten, begab sich die Mutter zurück ins Haus. Bewaffnet mit einem schnurlosen Telephon, gebannt die Wände anstarrend, während sie Stufe für Stufe in das 1.OG ging. Als sie schließlich den Flurboden im 1.OG auf Augenhöhe besah, wurde die Notrufnummer dieser Firma H. und B. gewählt… Eine Ansage wünschte dem Anrufer ein gesegnetes Weihnachtsfeste und ließ verlauten, man sei Mitte Januar 2001 wieder erreichbar…

Auch wenn der kaiserliche Erlass anno 2019 Bestand hat, nahm das Schicksal der Großfamilie ein glückliches Ende. Fehlte zum Glück doch nur EINE SCHELLE … nur 1 Schelle… Die konnte man getrost dem Schlauche im Keller entreißen und die Ausläufer waren gedämmt… Verschloss man sodann noch den 3cm breiten Riß in der Fassade unter dem Zimmerfenster, blieb das Wasser auch wo es war – in der Trittschalldämmung. Und da sollte es innerhalb von 8 Wochen mit insgesamt 6 Bohrlöchern und 3 Estrichtrocknern durch unnachgiebige Wärme ausgehungert worden sein. Nur noch Schall und Rauch… Es lebe die Hoffnung am MBW!!!

WARM… es wurde WARM… nicht nur in den Herzen der Menschen des MBW, sondern auch im Hause des JBW… Es wurde gefeiert und nicht mehr gefrohren…

Ein wenig WARM wurde es den Eltern der Großfamilie auch aus Zorn… Denn im Folgejahr dieses Schadens, schickte die Betreiberin, pünktlich im 1. Quartal die gepfefferte Wärmeabrechnung… Tja. Und da diese zu den Unverbesserlichen zählen, werden sie wohl auch in 2019 die 18. falsche Wärmeabrechnung in Folge versenden… Aber bleibt getrost und zuversichtlich! Ein Ende ist nahe. Denn WIR haben eine sehr gute Nachbarschaft… Und DIE kann den Dorfbrunnen bewegen…

So sei zum Schluss eines erneut hervorgehoben.                                                                                                                                     Interessiert euch füreinander, bleibt euch gewogen.                                                                                                                                            Träumt noch ein kleines Weilchen von reineren Lüften.                                                                                                                                    Lasset euch nicht und durch nichts aus GG zerklüften.                                                                                                                                            Dann rufen wir gemeinsam die Moral von diesem Zwang:                                                                                                                                    Legt euch niemals nicht mit guter Nachbarschaft an!!!

Moni Gens 04.01.2019 – es ist mir ein Fest mit euch!