Chronik | Ein historischer Abriss

Der Text stammt aus einer Pressemitteilung, die von der Autorin (MG) am 19.12.2018 u.a. an die Mainspitze bzw. die VRM, den Hessischen Rundfunk, Radio ffh, das ZDF, Rhein Main TV, sowie an die FAZ ging

Nahwärmeversorgungsgebiet ‘Max Beckmann Weg’ in Rüsselsheim
Das einstige Vorzeigeprojekt droht nunmehr zum Negativbeispiel
Ökologischer Nahwärmeversorgungskonzepte abzurutschen
POSITIV: Das Nachbarschaftskonzept ist ohne satzungsgemäße Vorgaben
bravorös und herausragend gelungen!

Nicht der Anfang, sondern das Ende wird gekrönt; allerdings nur dann, wenn das Ende einer Krone würdig ist… Ein Zitat aus einem sehr witzigen Film drückt das etwas anders aus: ‘…nur dem Lächler winkt die Krone, Stirnrunzler bleiben ohne…’

Als ich ein Kind war, verstand ich meine Mutter kaum, wenn sie mahnte, das Licht auszumachen, die Zimmertüren zu schließen und achtsam mit dem kostbaren Trinkwasser umzugehen. Strom kam bei mir aus der Steckdose… Aber so sind Eltern eben: Sie machen ihren Kindern vor, wie es sich ‘gehört’! Und wie meine Mutter, habe auch ich mit meinen 6 Kindern diese leidigen dos and don’ts durchdekliniert; ergänzt um die Trennung von Müll… Bis auf einen Sohn, sind alle Erwachsen und leben danach. Ein wundervoller Multiplikator, der einzig die Mühe der Eltern kostet. Aber das macht sich doch bezahlt! Ein gelungenes Kleinst-Klimaabkommen im Kreise der Familien… In diesem Sinne hat meine Mutter zu Lebzeiten diese Krone wirklich verdient. Globale Klimaschutzkonzepte kannte sie nicht, aber sie hatte ein gutes Gefühl und
Bewußtstein für unsere kostbaren Resscourcen. Und das gab sie uns Kindern weiter.

Heute bin ich 55 Jahre alt und lebe, ganz sicher auch wegen meiner guten Kinderstube, in einem einstigen Ökologie-Vorzeige-Wohngebiet in Rüsselsheim; dies bereits seit Dez. 2000.

Eine Krone wird die Betreiberin der Nahwärmeversorgungsanlage sicher nicht erhalten. Viel mehr hagelt es derzeit herbe Kritik, weil die rund 136 Haushalte, von den andauernden Wärmeausfällen in dem Wohngebiet ‘MBW’ nicht erst seit dem 01.12.2018 zu den Umweltsündern Nr. 1 zählen. Ein Schelm, wer denkt, Globale Klimaschutzkonzepte bedürfen keiner Regionalen Klimaschutzkonzepte. Oder auch einfach nur ein ignoranter Depp!?

Ausschreibung in 1998

Im April 1998 wird die groß angelegte Ausschreibung für ein neues Wohngebiet, für etwa 300 – 350 Einwohner, Europaweit, gestartet. In der Einleitung der mehr als 40seitigen Ausschreibungsunterlage heißt es: ‘Im wirtschaftlich dynamischen Rhein-Main-Gebiet gelegen wird in Rüsselsheim der Strukturwandel in der Automobilindustrie mit seinen Auswirkungen auf Gesellschaft und Arbeitsmarktstruktur deutlich sichtbar. Auch dem Baugebiet am Max-Beckmann-Weg kommt im Rahmen der Entwicklung der Gesamtstadt
deshalb eine besondere Bedeutung zu.’ So nachzulesen in der Chronologie der BSMF, S5, Ausgabe April 1998 (Beleg kann auf Nachfrage zugesandt werden)

Das 1. Informationstreffen fand im September 1995 statt. Erstbezug für meine Wohngruppe war am 23.11.2000 – mein Schwiegervater. Die Beschaffenheit der Häuser, die Anordnung und die Wohnqualität, sind bis heute gelungene Beispiele und Beweise, dass man vernünftig und kosteneffizient bauen kann.
Der Bauleiter kannte jedes der 76 Reihenhäuser, jede Etage im Geschossbau und jeden Winkel eines Raumes. So kam es mir damals vor. Ein weiteres Bestreben dieses Vorzeigeprojektes ist bis heute herausragend gelungen: Das nachbarschaftliche Mit – und Füreinander. Wir haben sogar eine ‘Wohngebiets-Oma’! Ich lebe sehr gerne dort. Für Menschen, die lieber so ganz für sich sein wollen, und auch gerne die Mittagsruhe pflegen, ist das sicher nicht so perfekt. Dort leben viele Kinder und Tiere. Und WIR, die wir dieses Projekt seit den ersten Treffen einfach nur genial fanden, bleiben gerne auf der Verkehrsberuhigten Straße des Joseph Beuys Weg stehen und hören uns zu, wie es denn so geht. Besonders schön ist es, wenn nach der langen Dunkelheit des Winters die ersten Sonnenstrahlen alle Bewohner in die Gärten und auf die Gemeinschaftsflächen locken. DAS ist so richtig gut gelungen! Aber dank der Menschen, die meine Nachbarn sind. Und dank mir. Denn ich bemühe mich auch ein lieber Nachbar zu sein…

Seit dem 06.12.2018 steht vor dem eigentlichen Versorgungshaus, eine externe Kesselanlage und seit dem 17.12.2018 ergänzend ein wundervoller externer Heizöltank. Die eigentliche Kesselanlage (2 Kessel + 1 BHKW-Faig) ist sämtlich am 01.12.2018 spät abends ausgefallen und war nicht mehr zu bewegen. 5 Tage und Nächte ohne Heizwärme und schlimmer noch: ohne einen Tropfen Warmwasser! Und brandaktuell:
Gestern ging das Theater von vorne los! Keine Heizung. Kein Warmwasser!

Ökologisch sollte das Wohngebiet sein. Zum Vorzeigen geeignet! Das Wohngebiet MBW Rüsselsheim sollte Schule machen!…besser nicht…

In knapp 18 Jahren wurden insgesamt 3 Heizkessel verschlissen und der Betrieb eines BHKW – im Sinne der Satzung – wurde nie betrieben; so ein Gerichtsgutachten eines Öffentlich bestellten und Vereidigten Sachverständigen. 17Jahre haben wir jährlich Beschwerden wegen der völlig irrsinnigen Wärmekosten eingereicht. Aber nur wer von der Betreiberin wegen ‘offener Wärmelieferbeträge’ vor Gericht zitiert wurde oder selbst Klage einreichte, bekam Recht. Das nun vorliegende Gerichtsgutachten bestätigt leider die schlimmsten Befürchtungen, nämlich dass seit dem 1. Abrechnungsjahr erhebliche Fehler in der Anlagentechnik bestehen. Daraus resultierend: Schreckliche hohe Kosten für die Nutzer! Die Stadt fühlte sich zu keinem Zeitpunkt in der Pflicht. Dies scheint sich gerade etwas zu wandeln. Rückmeldungen stehen bei mir persönlich seit dem18.09.2018 aus.

Und unser nicht betriebenes BHKW bleibt nicht betrieben. Die 3 Kessel sind in Rostlachen ertrunken und nun verpestet die externe Ölanlage das Wohngebiet und das globale Klima, während die Ressourcenkonflikte auf der Welt weiter unzählige Menschenopfer fordern.

Wenn dieser Irrsinn nicht so schrecklich dramatisch und Folgenschwer wäre. Es ist aber dramatisch! Es geht um Menschenleben! Hier und auf jedem anderen Flecken dieser Erde!

Aber die Betreiberin bleibt wo sie ist. Sie betreibt, was immer sie betreiben will. Wir müssen an der Betreiberin bleiben. Natürlich zahlen wir den Quatsch nicht mehr! Der satzungsgemäße Anschluss- und Benutzerzwang versetzt diese Betreiberin in eine Monopolstellung, weshalb der Kommune (die sich der Möglichkeit bedient), eine sehr wichtige Obliegenheits- und Aufsichtspflicht zukommt. Vertragsgemäß haben wir bereits vor 10 Jahren gekündigt. Aber das ist ja die Lachnummer. Das schert die Betreiberin nicht, denn von dieser kommen wir ja nicht weg. Nicht ohne die Stadt Rüsselsheim!… Die fühlte sich aber bis vor wenigen Tagen überhaupt nicht zuständig. Der Vertrag mit der Betreiberin sei ja schließlich zwischen UNS und DENEN…

Erst nach aktivem Einschalten von RP, mehrerer Ministerien, Fachverbänden, Aufsichtsbehörden, Dachverbänden, Fraktionen und Medien, ist ein leichtes ‘Zucken’ zu verspüren. Nun wird also seit Wochen geprüft wer wofür zuständig ist. Bis aber dieser riesen Magistrat und seine unzähligen Stadtverordneten, Gremien und Würdenträger und wer auch immer, mit seinen Prüfbemerkungen auf welchen Dokumenten auch immer durch ist, war das Christkind bereits da und hat allen Beteiligten die Krone geklaut, die sich in hoffnungsvoller Vorausschau wohl schon bereit gelegt hatten…(MG)